Bildungsbericht Schweiz 2023
Der Sommer ist eine gute Zeit, um lange Dokumente zu lesen, die im Laufe des Jahres außerhalb des Schuljahres erschienen sind. Dies gilt auch für den Bildungsbericht 2023 (Link), der im Internet eingesehen werden kann. Videos fassen einige wichtige Punkte zusammen.
Für die Sekundarstufe II ist der Bericht sehr interessant. Für diejenigen, die sich dessen nicht bewusst sind, zeigt er die großen organisatorischen Unterschiede zwischen den Kantonen für das Gymnasium, die für die FMS noch größer sind (in den meisten Kantonen bieten die Schulen sowohl Gymnasium als auch FMS an, im Gegensatz zum Wallis). Die Studie enthält auch Angaben zur Verteilung der Studierenden auf die verschiedenen OS am Gymnasium (S. 164) und auf die verschiedenen Studiengänge an der FMS (S. 186).
Es sei darauf hingewiesen, dass drei Teile der allgemeinen Sekundarstufe II gewidmet sind: Allgemeines (S. 111-124), das Gymnasium (S. 156-179) und die FMS (S. 180-193).
Es gibt einige Punkte, die sich speziell auf die Lehrer beziehen:
- Anstieg der Schülerzahlen
Für die allgemeine Sekundarstufe II wird ein Anstieg der Schülerzahlen um 18% zwischen 2019 und 2029 erwartet (S.112). Dies bestätigt die Notwendigkeit, Schulen zu renovieren und zu erweitern! - Qualitätssicherung
Nur 15 Kantone haben externe Bewertungen ihrer Schulen im Rahmen eines Qualitätsansatzes eingeführt (S. 122). Das Wallis tut dies leider nur für seine FMS. - Erwerbsquote der Lehrer
Obwohl die Geschlechterparität gut eingehalten wird, ist es auffällig, dass die Mehrheit der Lehrkräfte zwischen 50% und 89% arbeitet, während die Spanne 89-100% nur ein Viertel der Lehrer betrifft (S. 167)! Der Bericht nennt keinen Grund dafür. Ist dies ein Zeichen für eine bessere Verteilung der Arbeit? Ist dies eher ein Zeichen dafür, dass der Beruf anstrengend ist? - Effektivität des Gymnasiums
Um die Effizienz des Gymnasiums zu bewerten, vergleichen die Autoren des Berichts den Unterschied in der PISA-Punktzahl zwischen dem Eintritt in das Gymnasium und dem Verlassen desselben mit der Maturitätsrate. So wird festgestellt, dass die Walliser Gymnasien als sehr gut angesehen werden, da die durchschnittliche Erfolgsquote von 80% eine Erhöhung der PISA-Rate um etwa 10 Punkte ermöglicht (S.169). In diesem Sinne gehört der Kanton sogar zur Spitzengruppe der effizienten Kantone. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Anstieg nicht nur auf eine Selektion zurückzuführen ist, sondern auch auf die angebotene Ausbildung... - Relevanz des FMS
In der Westschweiz (die Daten sind nicht nach Kantonen getrennt) erfüllt die FMS ihr Ziel (" auf Ausbildungen im nichtuni-
versitären Tertiärbereich vorzubereiten") gut, da mehr als 50 % der Absolventen im Gesundheitswesen eine Fachhochschule besuchen (S. 192) und sogar mehr als 80 % im Bereich Pädagogik (S. 193). In der Deutschschweiz ist dies leider weniger der Fall.
Die SSPES hat dazu auch eine Stellungnahme abgegeben, die im Gymnasium Helveticum 03/2023 (S. 10 und 11) nachzulesen ist.