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Walliser Verband der Mittelschullehrer

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Die Nachrichten

Regierungsprogramm: ja, aber...

Der Walliser Staatsrat hat sein Regierungsprogramm aktualisiert. Die Bildung nimmt darin einen wichtigen Platz ein (siehe Link). So begrüsst man die Investitionen in die Infrastrukturen und den Willen, die Schwächsten zu unterstützen und gleichzeitig auf eine qualitativ hochstehende Ausbildung zu setzen.

Der WVM freut sich auf die erwähnten Herausforderungen, die die Sekundarstufe II betreffen: Verbesserung des Übergangs von der obligatorischen Schule, Stärkung der Grundlagen (Mathematik, Sprachen und Informatik) und Entwicklung des Sprachaustauschs. Zwei Punkte erfordern jedoch eine gewisse Vorsicht. 

Digitalisierung der Schule

Es ist offensichtlich, dass digitale Werkzeuge im Unterricht verwendet werden müssen und dass es zahlreiche Möglichkeiten gibt: Beamer, interaktives Whiteboard, Moodle, DAU, Grafikrechner, digitale Sensoren usw. Es ist jedoch unerlässlich, die Augen vor den Gefahren einer naiven Digitalisierung nicht zu verschließen: Viele Lehrpersonen (und viele Eltern) haben die schädlichen Auswirkungen von Smartphones auf die Lernfähigkeit, die Konzentration und die intellektuelle Offenheit beobachtet, trotz der aussergewöhnlichen technischen Errungenschaften dieser Geräte. 

Massnahmen wie BYOD (Bring your own device) sollten daher nur nach gründlicher Überlegung und unter Einbeziehung der Lehrerschaft eingeführt werden.

Bildung und Wirtschaft

Der WVM unterstützt den Staatsrat in seinem Ziel, die Berufsausbildung aufzuwerten, insbesondere indem sie den Bedürfnissen der Wirtschaft folgt. Ebenso können sich die Ausbildungen der allgemeinbildenden Sekundarstufe II nicht auf einer glorreichen Vergangenheit ausruhen und müssen sich an die Anforderungen der nachfolgenden Schulen anpassen. 

Es wäre jedoch gefährlich, die Anpassung an die Walliser Wirtschaft als vorrangiges Ziel für die Entwicklung unserer HFMS und Gymnasien zu betrachten: Eine hochwertige menschliche und staatsbürgerliche Bildung erfordert, dass man viel Zeit für die Künste, für Literatur, Poesie, Geschichte, Philosophie, Sport, alte Sprachen usw. aufwendet. Dies sind alles Bereiche, die wichtig sind für die Entwicklung eines breiten Verständnis der gesellschaftlichen Herausforderungen und der Teilnahme an einer reichen und vielfältigen Kultur, die der Kitt unserer Gesellschaft ist.

In diesem Sinne ist darauf zu achten, dass die Allgemeinbildung in der allgemeinbildenden Sekundarstufe II nicht einem Modell folgt, das hauptsächlich auf operationalen und messbaren Kompetenzen beruht, sondern sich auch darum bemüht, das aufzuwerten, was den Kern jedes unterrichteten Faches ausmacht.